|
Presseberichte, Leserbriefe und einige
Anmerkungen September 2008
02. September 2008
Leserbrief
(Nr.3) von Albin Braun aus Breitenbrunn.
Herr Braun stellt darin sieben Fragen, die beantwortet werden
können:
1.) Die Herren Beck und Popp verfügen nicht über das Kösseinemassiv
als wenn es ihr Eigentum wäre. Eigentümer der Grundstücke im Bereich
des angedachten Burgsteinsees ist zum größeren Teil die Stadt
Wunsiedel, zum kleineren Teil der Staatsforst des Freistaates
Bayern. Das Eigentum am Granit (Bergbaurecht) besitzt eine
Privatfirma. Neben vielen weiteren Fragen, die zu klären sind,
müssen alle drei Eigentümer "unter einen Hut" gebracht werden, wenn
der Burgsteinsee wie vorgeschlagen verwirklicht werden soll.
2.) Selbstverständlich wird die zukünftige Betreibergesellschaft des
Freizeitsee- und Pumpspeicherprojektes dafür aufkommen, wenn später,
trotz sorgfältiger Planung und Ausführung aller Arbeiten Schäden an
Gebäuden, Quellen oder sonstigem privatem oder öffentlichem Eigentum
auftreten sollten.
3.) Eine Garantie für Annahmen, wie die Zukunft verlaufen wird, gibt
es nicht. Entscheiden können wir nur aufgrund aktueller Kenntnisse.
Würde so eine Forderung bei jeder Entscheidung als Voraussetzung
gestellt, dann befänden wir uns noch heute in der Steinzeit. Alle
derzeit vorliegenden Erkenntnisse zeigen aber an, dass die
Wirtschaftlichkeit eines Pumpspeicher auf Dauer gesichert sein wird
und die Erlöserwartungen im Vergleich zu heute eher noch zunehmen
werden. Jedes stillgelegte Kernkraftwerk, jede Erhöhung der
Emissionsabgaben für CO-2 und jede weitere Verknappung von Erdöl und
Erdgas wird die Notwendigkeit von Energiespeichern steigern und die
Preisunterschiede zwischen Zeiten des Überangebots und des
Strommangels erhöhen. Erfindungen oder Verhaltensänderungen, die
diese Situation grundsätzlich verändern würden, müssten erst noch
gemacht werden. Darauf zu hoffen, dass diese kommen und die
Energierohstoffe weiter wie bisher zu vergeuden, als wären die
Vorräte unendlich, wäre verantwortungslos. Damit würden auf alle
Fälle die Finanzströme immer größer, die unsere Region verlassen, um
Energie dort einzukaufen, wo man die Fakten rechtzeitig erkannt und
gehandelt hat.
4.) Davon, dass Energiespeicher in nächster Zeit (der
Leserbriefschreiber spricht von fünf Jahren) nicht mehr gebraucht
werden könnten, ist nicht auszugehen. Im Gegenteil, je weiter die
Zeit fortschreitet, um so dringender werden diese Anlagen werden. Je
länger wir brauchen, das Vorhaben umzusetzen, desto später werden
wir in den Genuss der davon ausgehenden Vorteile kommen.
5.) Persönlich können Herr Beck, ich oder unsere Stadträte niemals
die finanzielle Verantwortung für dieses Projekt mit Eigenmitteln
garantieren. Die finanzielle Dimension dafür ist viel zu gewaltig.
Der Leserbriefschreiber kann jedoch davon ausgehen, dass jeder der
Finanzmittel für dieses Projekt zur Verfügung stellt, sich ganz
genau überlegen wird, welche Erfolgsaussichten dieses Projekt haben
wird. Nur wenn es gelingt, diesen Nachweis belastbar und überzeugend
zu führen, wird das Projekt überhaupt eine Chance haben verwirklicht
zu werden. In diesem Zusammenhang ist der immer wieder geäußerte
Verdacht, das Symposium oder die Machbarkeitsstudie würden
manipuliert, um ein bestelltes Ergebnis zu liefern, vollkommen an den
Haaren herbeigezogen. Eine Studie, die aus solchen Gründen die
Geldgeber nicht überzeugen würde, wäre wertlos.
6.) Meine Idealvorstellung wäre eine Betreibergesellschaft unter
kommunaler Verantwortung der Stadt Wunsiedel und eventuell
beteiligter Nachbargemeinden, an der sich Stadtwerke der Region aber
auch Landkreis, Bezirk und Freistaats beteiligen können. Die
Finanzierung sollte über den freien Kapitalmarkt abgewickelt werden.
Beteiligungen von Bürgern der Region, insbesondere auch von
Eigentümern, die ihre Grundstücke einlegen, könnte ich mir ebenfalls
gut vorstellen. Hierzu tragfähige Vorschläge und Alternativen zu
erarbeiten wird eine Aufgabe der Machbarkeitsstudie sein.
Herr Braun fordert auf, konkrete Zahlen zu nennen.
Hätten wir im Jahr 2007 dieses Pumpspeicherkraftwerk gehabt, dann
hätte es in diesem Jahr pro Quadratmeter des Wunsiedler Sees Erlöse
von mehr als 40 Euro erwirtschaftet. Die Landwirtschaft kommt bei
guter Bewirtschaftung, zum Beispiel beim Anbau von Braugerste, auf einen
Erlös, von ca. 2000 Euro pro Hektar oder 20 Cent pro Quadratmeter.
Grob gesagt erlöst der Pumpspeicher an einem Tag auf der gleichen
Fläche so viel, die die Landwirtschaft in einem Jahr. Das
rechtfertigt auch die erforderliche Baumaßnahme. Der Abtrag baggerbaren Erdreichs kostet in der Größenordnung des
vorgeschlagenen Projektes ca. einen Euro pro Kubikmeter. Selbst bei
30 Meter Geländeabtrag wäre das weniger als ein Jahreserlös. Treffen
wir dabei auf Gestein, dann steigen natürlich die Abbaukosten.
Handelt es sich dabei aber um guten Granit oder Wunsiedler Marmor,
dann ist das Gestein vermarktbar und leistet damit selbst einen
Beitrag zur Reduzierung der Baukosten. Je größer der See angelegt
wird, desto größer werden die Erlöse, desto größer wird jedoch auch
der Aufwand bei den Baumaßnahmen. Wo sich das wirtschaftliche
Optimum einstellt, können nur genauere Untersuchungen ergeben. Neben
rein wirtschaftlichen Betrachtungen sind allerdings noch viele
andere Aspekte abzuwägen. Natürlich muss das Geld der Baumaßnahme
erst mit Zins und Zinseszins an die Kapitalgeber zurückbezahlt
werden, bis in fünfzehn oder zwanzig Jahren ein richtiger
Finanzstrom bei den Betreibern ankommt. Damit dieser Finanzstrom bei
uns ankommen kann, habe ich ein so großes Interesse daran, dass die
Kommune die Federführung für dieses Projekt übernimmt. Fünfzehn
Jahre sind im Leben einer Kommune ein kurzer und überschaubarer
Zeitraum.
7.) Die Befragung der Träger öffentlicher Belange (Landratsamt,
Regierung, Staatsregierung) fand im Zuge der Vorbereitung des
Symposiums statt. Regierungsvertreter sind nur dann bereit, bei dem
Symposium aufzutreten, wenn diese Anhörung vorher stattgefunden hat.
Leserbrief
(Nr. 3) von Herrn Kimon Neusser.
Dieses Dokument verbreitet viel Aufregung aber keine neuen
sachlichen Argumente. Der Leserbriefschreiber verkennt vollkommen,
dass der derzeitige Umgang unserer Gesellschaft mit den natürlichen
Ressourcen so nicht in alle Ewigkeit weiter gehen kann. Er tut so,
als wäre bei uns im Fichtelgebirge schon alles in perfekter Ordnung
und als ginge es uns überhaupt nichts an, wie und wo unser Strom
produziert wird.
04. September 2008
Leserbrief
von Herrn Erwin Kirch aus Schönbrunn. Er wohnt in der Straße "An der
Röslau".
Herr Kirch stellt fest, dass der Naturschutzbund in Thüringen beim
Bau von Goldisthal eine Summe von sieben Millionen Euro erstritt.
Dann hatte er keine Einwendungen mehr gegen das Projekt. Hoffentlich
schwingen bei unseren Naturschutzfunktionären nicht ähnliche
Hintergedanken mit.
Leserbrief
von Stadtrat Konrad Scharnagl aus Wunsiedel (SPD).
Er mahnt an, dass erst das Symposium abgewartet werden sollte, bevor
hitzige Diskussionen, wie sie derzeit laufen, stattfinden.
05. September 2008
Leserbrief
(Nr. 2) von Herrn Hans Kammerer aus Wunsiedel.
Herr Kammerer befürchtet, dass in den nächsten drei Jahren die
Umstellung der gesamten deutschen Automobilflotte auf Elektroantrieb
beginnen wird. Er schließt daraus, dass diese Autos dann immer mit
Billigstrom in der Nacht aufgeladen würden und die Unterschiede
zwischen dem Strompreis am Tag und in der Nacht verloren gingen.
Unterstellt man, dass die Umstellung von 40 Millionen PKWs in
Deutschland auf Elektroantrieb tatsächlich innerhalb von ein oder
zwei Jahrzehnten stattfinden könnte, dann müsste die gesamte
Energie, die wir jetzt an den Tankstellen aufnehmen als Strom
erzeugt werden. Das würde einen massiven Aufbau von Kraftwerken
erfordern. Rechnet man dieses Szenario insgesamt nach, dann stellt
man fest, dass durch die zusätzllichen Umwandlungen
(Primärenergieträger in Strom, Strom in chemisch gebundene Energie
der Autobatterie, Batterie in Elektroantrieb) höhere Verluste
auftreten, als wenn die direkte Umwandlung von Primärenergie im Auto
stattfindet. Ein Ausstieg aus der Kernenergie und aus der
Verstromung fossiler Energieträger würde damit sehr schwierig
werden. Ich gehe allerdings davon aus, dass der Umstieg auf
regenerative Stromerzeugung weiterhin verfolgt wird, weil wir
langfristig (außer mit Kernkraft) keine Alternative dazu haben. Aber
damit wird sich, wegen der stark schwankenden Erzeugung, der Bedarf
an Speichern drastisch erhöhen. Die Umstellung unserer
Fahrzeugflotte auf Elektroantriebe würde den Speicherbedarf weiter
steigern, weil sich die Erzeugung des Stroms mit Wind nicht mehr an
die jetzt noch gut berechenbaren Tag-/Nacht-Schwankungen halten
wird. Dann kann ohne weiteres auch einmal mehrere Tage Flaute sein.
Aber die Leute wollen dann trotzdem an ihren Arbeitsplatz und
die Geräte in Gang setzen, mit denen sie arbeiten.
06. September 2008
Leserbrief
(Nr. 2) von Herrn Gerhard Keltsch aus Wunsiedel.
Ihn befremdet die Art und Weise, mit welcher Polemik und
Unsachlichkeit über den Projektvorschlag von machen Personen
geschrieben wird.
08. September 2008
Leserbrief
von Herrn Ludwig Dittmar aus Wunsiedel.
Er erinnert daran, dass zur Anbindung des Kraftwerks an das
Höchstspannungsnetz der Bundesrepublik eine Leitung verlegt werden
muss.
Zum Glück verläuft über unser Stadtgebiet östlich von Stemmasgrün
eine 380 kV Leitung, an die das Pumpspeicherkraftwerk über eine ca.
10 km lange Leitung angebunden werden kann. Die Trasse kann so
gewählt werden, dass sie nicht in unmittelbarer Nähe von Ortschaften
verläuft.
19. September 2008
Leserbrief
(Nr. 4) von Herrn Kimon Neusser aus Wunsiedel.
Er ruft dazu auf, dass sich die Landtagskandidaten gegen Autobahn
und Pumpspeicher aussprechen sollen.
Um Missverständnissen
vorzubeugen ist anzumerken, dass Pumpspeicher und Autobahn nichts
miteinander zu tun haben. Neue Sachargumente werden nicht
vorgebracht.
20. September 2008
Ankündigung
einer Veranstaltung der FDP in Weißenstadt, bei der es um das
Wunsiedler See Projekt geht und ich als Referent auftrat.
22. September 2008

Der Landtagskandidat Rainer Schöffel bezeichnete den Wunsiedler See
als "Blödsinnprojekt", das "mehr Energie verbraucht, als es
produziert".
Er beweist damit, dass er die energiewirtschaftliche Bedeutung eines
Speichers nicht kennt und ein Pumpspeicherkraftwerk offensichtlich
mit einem normalen Erzeugungskraftwerk verwechselt.
Schade, dass sich eine von mir geschätzte Person, die sich zudem mit
einem Professorentitel schmückt, derart unqualifiziert in der
Öffentlichkeit äußert. Als ich Herrn Rainer Schöffel einige Tage
nach dieser Berichterstattung antraf, bot ich an, ihm den
Unterschied zwischen Energiespeicherung und Erzeugung zu erklären
und ihn umfassend über das Wunsiedler See Projekt zu informieren.
Leider zeigte er kein Interesse an so einem Gespräch.
Was Herr Rainer Schöffel unter der von ihm angesprochenen "Ignoranz"
versteht, die mit diesem Projekt an den Tag gelegt werde, ist mir
ebenfalls unverständlich. Solche Vorschläge zu machen ist
Bestandteil der Meinungsfreiheit. Dass so etwas passiert zeigt, dass
wir in einer lebendigen Demokratie leben. Herr Rainer Schöffel
sollte sich auch bewusst machen, dass es viel schwieriger ist, aktiv
für etwas zu sein, als Vorschläge, die sich andere ausgedacht haben
zu bekämpfen und zu zerstören.
Alle anderen Kandidaten äußerten sich differenziert zum
vorgeschlagenen Projekt und wollten die Ergebnisse genauerer
Untersuchungen abwarten, bevor sie ein Urteil abgeben. Bürgermeister
Martini aus Tröstau gab bekannt, dass alle betroffenen Tröstauer
Grundbesitzer gegen das Stauseeprojekt wären.
Dazu ist anzumerken, dass mir wegen des frühzeitigen Bekanntwerdens
der Projektidee in der Presse, keine Zeit mehr blieb, die Tröstauer
Grundstückseigentümer in persönlichen Gesprächen zu informieren.
Überhaupt habe ich den Eindruck, dass sehr große Vorbehalte gegen
das Projekt besonders von den Leuten vorgebracht werden, die als
Anlieger oder als Eigentümer erst aus der Zeitung davon erfuhren.
Objektiv betrachtet sollte aber eine Verärgerung über nicht
exklusive frühzeitige Information kein auf Dauer bestehender Grund
sein, sich nicht doch noch einmal unvoreingenommen, mit der gesamten
Sache und der Bedeutung für den persönlichen Wohlstand und den
Wohlstand der Bürger unserer Region auseinander zu setzen.
25. September 2008

Sehr hohe
Gewerbesteuereinnahmen bestätigt der Landtagsabgeordnete Tilo Kummer
aus Thüringen den Gemeinden um den Pumpspeicher Goldisthal.
Sehr wenig informiert
zeigten sich die diskutierenden Teilnehmer über die Bedeutung von
Pumpspeichern bezüglich der Windkraft. Diese Zusammenhänge sind aber
bereits mehrfach dargestellt worden.
Der BI-Sprecher Wolfgang
Hermann aus Tröstau sprach von 50 Meter hohen Sperrmauern und einer
Betonwanne, die im Röslautal entstehen würde. Wenn er damit
Tiefensperren meint, dann verschwänden diese vollkommen im
Untergrund und wären von oben überhaupt nicht wahrnehmbar. Der
Altmühlsee bei Gunzenhausen und der Brombachsee weisen solche
Konstruktionen auf. Erklärende Bildtafeln dazu befinden sich im
Abschnitt "Bilder
anderer Seen".
In diesem Zusammenhang
von einer Betonwanne zu sprechen halte ich allerdings für völlig
daneben gegriffen. Eine Industrieanlage, in der man weder schwimmen
noch Boot fahren kann behauptet er, wird es werden. Unbegreiflich
ist mir, was diesen Herrn Hermann dazu treibt, dermaßen unsachlich
und übertrieben das Wunsiedler See Projekt zu bekämpfen.
Veranstaltungsankündigung
des Bund Naturschutz.
Leserbrief
von Herrn Dieter Hasselbacher aus Röslau.
<
zurück
weiter > |