|
|
Freizeitsee und Pumpspeicherprojekt Wunsiedler See und Burgsteinsee © Dr.-Ing. Matthias Popp, Burgstraße 19, D-95632 Wunsiedel, MailTo: matthias.popp@t-online.de |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Auswahlmenü
|
Funktionsprinzip eines
Pumpspeicherkraftwerks
Ein Pumpspeicherkraftwerk ist ein Energiespeicher. Der Speicher wird aufgeladen, indem ein Motor eine Pumpe antreibt und Wasser von einem niedrigen Niveau in ein hohes Niveau pumpt. Damit findet eine Umwandlung von elektrischer Energie in Energie der Lage (potentielle Energie) statt. Die so gespeicherte Lageenergie wird zurück gewonnen, indem das Wasser vom hohen Niveau durch die Turbine zurückläuft und den Generator antreibt. Die potentielle Energie wird damit wieder in elektrische Energie zurückverwandelt.
Mit einem Pumpspeicherkraftwerk wird keine Energie gewonnen oder erzeugt, sondern Energie wird gespeichert und zeitversetzt wieder abgegeben. Ein Pumpspeicher wird aufgeladen wenn andere Kraftwerke mehr Strom produzieren, als die Endverbraucher abnehmen. Ein Pumpspeicher liefert Strom, wenn die Endverbraucher mehr Leistung benötigen, als andere Kraftwerke erzeugen.
Warum braucht man so etwas überhaupt? Strom muss immer genau in dem Moment erzeugt werden, in dem er gebraucht wird. Es funktioniert leider nicht, dass Strom in einem Kraftwerk erzeugt und in eine Stromleitung geschickt wird um dort darauf zu warten, dass er verbraucht wird. Würde in den Kraftwerken mehr Strom erzeugt, als gebraucht wird, dann stiegen die Verluste im Stromnetz an. Spannung und Frequenz würden das Toleranzband, für das die elektrischen Geräte ausgelegt sind, verlassen und dort zu Schäden und Ausfällen führen. Innerhalb enger Toleranzen ist das zulässig und technisch nicht anders realisierbar. Die elektrischen Geräte sind darauf ausgelegt. Würde die Überproduktion jedoch zu hoch, dann käme es zu Beschädigungen, Notabschaltungen und nicht mehr beherrschbaren Zuständen im Stromnetz. Glühlampen würden dann heller brennen und Lebensdauer einbüßen, Herde heißer werden, Elektronik könnte versagen, Stromzähler würden einen höheren Verbrauch messen. Würde auf der anderen Seite weniger Strom erzeugt, als zeitgleich benötigt wird, dann käme es zu umgekehrten Effekten. Diese würden ebenso nicht mehr kontrollierbare Auswirkungen, Ausfälle und Schäden nach sich ziehen. Deshalb ist es wichtig, die Stromerzeugung stets genau dem gleichzeitigen Verbrauch anzupassen. Und genau das ist mit vielen Kraftwerken, die bei uns den Strom produzieren, gar nicht so einfach.
Pumpspeicher zählen in diesem Zusammenhang zu den am besten steuerbaren Kraftwerken. Innerhalb von Sekunden kann Überspannung aus dem Stromnetz abgebaut werden, indem die Pumpen in Betrieb genommen werden. Innerhalb von Sekunden können umgekehrt bei Spannungsabfall die Wasserhähne geöffnet, das Wasser zu Tal gelassen und fehlender Strom eingespeist werden.
Gäbe es im Falle von Stromüberproduktion keine Speicher, die diese Mengen aufnehmen könnten, dann müssten Einrichtungen zur Stromvernichtung geschaffen werden, um Überspannungsschäden bei den Verbrauchern zu vermeiden. Könnte plötzlicher Strommangel nicht durch schnell abrufbare Speicher oder Erzeugungseinheiten ausgeglichen werden, dann wären Notabschaltungen von Verbrauchern die Folge.
Bewertung gängiger Kraftwerkstypen
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||