
Schon die Überschrift zeigt, dass die regionalen Vertreter des
Landesbundes für Vogelschutz von Aktionären als Eigentümern des
vorgeschlagenen Pumpspeichers ausgehen. Zum Zeitpunkt der
Presseerklärung war den Sprechern offensichtlich nicht bekannt, dass
das Wunsiedler See Projekt möglichst in kommunaler Verantwortung
entstehen soll, damit genau die positiven Chancen, die das Projekt
eröffnet, wie Tourismusentwicklung und Schaffung von
Naturschutzzonen auch im Interesse des Betreibers liegen.
Im Übrigen kam es zu diesem Pressetermin, weil der
Bezirksvorsitzende des Landesbundes vom Autor des Berichtes zur
Abgabe dieser Stellungnahme aufgefordert wurde. Bei meinen (Matthias
Popp) Vorinformationsgesprächen mit der Landesebene des LBV in
Hilpoltstein wurde mir mitgeteilt, dass der LBV als Grundeigentümer
keine Stellungnahme abgegeben wird, solange kein Projektträger
vorhanden ist. Erst in einem Raumordnungsverfahren und nach
gründlicher Abwägung aller Informationen wird sich der Landesbund
dazu äußern, wie er mit seinem Grundstück verfahren wird.
Leserbrief
(Nr. 1) von Herrn Albin Braun aus Breitenbrunn.
Herr Braun schreibt, dass mit dem vorgeschlagenen Projekt ein
Naturschutzgebiet vernichtet würde. Das trifft nicht zu. Das Projekt
befindet sich sehr wohl im Naturpark Fichtelgebirge, jedoch nicht im
Bereich eines ausgewiesenen Naturschutzgebietes. Dass das
Kösseinemassiv einmalig ist, so wie alle Landschaften dieser Erde,
sollte jedoch kein Grund sein, der es verbietet, über eine Änderung
der Nutzung dieser einmaligen Landschaft nachzudenken. Davon, dass
der Burgstein und der Haberstein, wie der Leserbriefautor
befürchtet, mit Stützmauern abgesichert werden müsste, ist
allerdings nicht auszugehen. Es handelt sich um ein Gebirge aus
festem Granit. Die Uferlinie verliefe ca. 300 Meter nördlich und 60
Meter unterhalb des Burgsteins. Auch die Felsformationen am
Haberstein würden nicht angetastet. Die bisher vorgelegten
Projektskizzen dürfen nicht als unveränderliche Pläne
verstanden werden. Ausführungsplanungen werden später genau
berücksichtigen, dass die Felsentürme und die Schönheit der Kammlage
des Burgstein- und Habersteingebietes erhalten bleiben. Auch bei
Gebäuden wird man Abstände so einhalten, dass eine Gefährdung
ausgeschlossen sein wird.
Ob für die angesprochenen Quellschutzgebiete im weiteren Umkreis des
Burgsteinsees eine Beeinträchtigung auftreten kann, ist im Vorfeld
dieses Projektes sehr sorgsam zu überprüfen. Sollte dies nicht
ausgeschlossen werden können, dann ist vor Maßnahmenbeginn dafür
Sorge zu tragen, dass das damit geförderte Trinkwasser durch anderen
Quellen ersetzt werden kann.
Dass damit gleich das gesamte ökologische System dieses Gebietes
zerstört wird, kann nicht nachvollzogen werden. Dämme und
Speicherbecken werden immer wieder, auch in vergleichbaren
Mittelgebirgslagen, errichtet. Wichtig erscheint, dass von vorn herein
darüber nachgedacht wird, wie sich negative Auswirkungen vermeiden
lassen.
Im Röslautal befürchtet der Autor eine Absenkung des
Grundwasserspiegels. Wie die Grundwasserverhältnisse im Talraum nach
Errichtung des Sees sein werden, wird in hohem Maße von der
Ausführung des Baus abhängen. Sicherzustellen wird sein, dass
eventuelle Änderungen der Grundwasserverhältnisse keine negativen
Auswirkungen auf Gebäude und Grundstücke in der Einflusszone des
Sees haben können.
Herr Braun fragt nach den Kosten der Machbarkeitsstudie und mahnt
an, dass dafür keine öffentlichen Mittel eingesetzt werden sollten.
Natürlich wäre es einfach, private Investoren aus der
Energiewirtschaft für dieses Projekt zu gewinnen, um die
Machbarkeitsstudie (bei der es im Übrigen noch nicht um
kostenintensive Tiefbohrungen geht) zu finanzieren. Allerdings ist
zu bedenken, dass derjenige, der über die Machbarkeitsstudie
verfügt, einen riesigen Wissensvorsprung besitzt und alle Fäden in
der Hand haben wird, das Projekt zu seinem Vorteil zu entwickeln.
Genau deshalb sollte es unser Interesse sein, dass diese Studie
federführend durch die Stadt in Auftrag gegeben wird. Die Stadt
Wunsiedel als Auftraggeber wird Garant dafür sein, dass unsere
öffentlichen Interessen im Vordergrund stehen und bei einer
Verwirklichung des Projektes auch die positiven Wirkungen, die davon
ausgehen, bei uns ankommen. Sollte die Machbarkeitsstudie ergeben,
dass das Projekt doch nicht in der vorgetragenen Art und Weise
umgesetzt werden kann, dann wird sie trotzdem einen großen Wert
haben und Entwicklungen anstoßen, an die wir derzeit noch gar nicht
denken. Verloren werden dafür eingesetzte Mittel auf keinem Fall
sein. Im Übrigen geht es bei der Machbarkeitsstudie nicht, wie von
Herrn Braun befürchtet, um Millionenbeträge - die Kosten werden sich
weit unterhalb dieser Grenze bewegen.