Freizeitsee und Pumpspeicherprojekt
Wunsiedler See und Burgsteinsee

© Dipl.-Ing. Matthias Popp, Burgstraße 19, D-95632 Wunsiedel,

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  Presseberichte, Leserbriefe und einige Anmerkungen

Mai und Juni 2008

Hinweis:

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Von der ersten Veröffentlichung am 16. Mai 2008 bis Ende Oktober 2008 war das Wunsiedler See Projekt über 60 Mal Thema von Beiträgen in der Frankenpost.

Damit wurden sehr viele Fragen aber auch Mutmaßungen und Behauptungen aufgestellt. Diese Seiten sollen zusammenfassend Antworten gegeben, auf die teilweise emotional und heftig geführten Diskussionen.

 

16. Mai 2008

Nachdem die Projektidee an die Presse getragen wurde und mich der Autor dieser Erstberichte vor die Wahl stellte, ihm Auskunft zu erteilen oder er wird von sich aus etwas schreiben, entschied ich mich zu einer umfassenden Information des Redakteurs. Im überregionalen Teil der Frankenpost erschienen dann auf Seite 4 folgende Beiträge:

Wenngleich die Überschrift des zweiten Artikels "..., mit dem man Strom gewinnt", irreführend ist, weil ein Pumpspeicher nicht zur Erzeugung von Strom, sondern zur Zwischenspeicherung von Strommengen dient, deren Erzeugung nicht einfach unterbrochen werden kann, handelte es sich um zwei Beiträge, die über das Vorhaben gut und objektiv berichteten.

20. Mai 2008

Leserbrief von Tobias Roth, einem Anlieger des vorgeschlagenen Sees im Ortsteil Schönbrunn, in der Straße "An der Röslau".

Obwohl in der vorausgegangenen Berichterstattung keinerlei Skizzen über die Lage des Sees gezeigt wurden, unterstellt der Schreiber dieses Leserbriefes, dass sein Anwesen überflutet werden soll und ihn diese Artikel in panische Angst versetzt haben.

Fakt ist, dass an eine Überflutung von Anwesen im Bereich des Leserbriefschreibers niemals gedacht wurde. Nahezu alle Eigentümer bebauter Grundstücke, die von einer großen Variante des Sees unmittelbar betroffen wären, wurden über die Projektidee informiert, bevor die Presse davon erfuhr. Nach Erscheinen obiger Artikel bekam die Angelegenheit aber eine Eigendynamik, welche die systematische Information von Anliegern in Breitenbrunn, Schönbrunn und Furthammer sowie von Eigentümern im Bereich der Gemeinde Tröstau in persönlichen Gesprächen nicht mehr möglich machte. 

28. Mai 2008

Auch dieser Hinweis auf die bevorstehende Stadtratsitzung enthält die irreführende Aussage, dass mit dem Pumpspeicher Strom erzeugt würde. Er erwähnt nicht, dass es sich um einen Speicher handelt, der vorher mit Strom befüllt werden muss.

31. Mai 2008

Dieser Bericht enthält erstmals einen Lageplan, aus dem ein möglicher Uferlauf der Seen hervorgeht.

04. Juni 2008

Leserbrief (Nr. 1) von Herrn Hans Kammerer aus Wunsiedel.

Aufgrund des Lageplans, welcher im Zuge der Berichterstattung über die Stadtratsitzung gezeigt wurde und das Seeufer über weite Strecken im Bereich der 550 Meter Höhenlinie zeigt, unterstellt der Leserbriefschreiber, dass zur Schaffung des Sees um die Anliegergrundstücke in Schönbrunn, Furthammer und Breitenbrunn herum, zehn Meter hohe Mauern errichtet würden. Sicher rührt das daher, dass in der vorausgegangenen Berichterstattung zu keinem Zeitpunkt darauf eingegangen wurde, dass der See im Röslautal in großem Umfang ausgehoben werden muss. Dieser Sachverhalt wurde dem Berichterstatter von mir ausführlich erklärt. Wahrscheinlich weil das für ihn vollkommen einleuchtend war, ging er in seinen Berichten nicht weiter darauf ein. Auch dieses Missverständnis schien sich zu verbreiten und insbesondere Anlieger zu verunsichern.

Weiter erwähnt der Schreiber, dass die Denglerquelle unbrauchbar wird. Dieser mögliche Umstand müsste bei einer Verwirklichung des Projektes in der Tat berücksichtigt werden. Vor Beginn von Maßnahmen wäre sicher zu stellen, dass die Versorgung Wunsiedels auch ohne Denglerquelle gesichert werden kann. Denkbar wäre ein Wasserverbund mit der Vordorf- Hildenbacher Gruppe, Tröstau, Bad Alexandersbad, der Bernsteiner Gruppe und darüber hinaus. Überlegungen in diese Richtung könnten auch unabhängig von diesem Projekt die Sicherheit der Wasserversorgung unseres Gebietes erhöhen.

Leserbrief von Herrn Peter von Malschitzky aus Wunsiedel.

Peter von Malschitzky stellt erstmals in der Presse fest, dass es sich um kein Erzeugungs- sondern um ein Speicherkraftwerk handelt, welches natürlich (wie jeder Energiespeicher) zum Aufladen mehr Strom benötigt, als es hinterher zurückgeben kann. Das Hinaufpumpen geschähe mit Kohle- und Atomstrom. Seine Formulierung suggeriert dabei, dass es sich um eine verwerfliche Art der Stromerzeugung und Verwendung handele.

Dass Speicher Verluste haben ist völlig korrekt dargestellt. Falsch und nicht zukunftsorientiert ist jedoch die Mutmaßung, der Pumpstrom käme (ausschließlich) aus Kohle und Atomkraftwerken. Genau in dieser Frage besteht großer Aufklärungsbedarf.

Wiederholung der Erklärung aus dem Abschnitt:

Aufgabe von Energiespeichern im Stromnetz

Das Stromversorgungsnetz kann man sich vereinfacht vorstellen, wie ein großes Druckwassersystem, mit zahlreichen Zuflüssen (Erzeugungskraftwerken) und Abflüssen (Verbrauchern). Damit die Verbraucher gleichbleibend versorgt sind, muss der Wasserdruck im Leitungsnetz (Frequenz und Spannung im Stromversorgungsnetz) immer auf gleichem Niveau innerhalb enger Grenzen gehalten werden. Flösse zu viel zu, stiege der Wasserstand am Messpegel und damit der Druck im Leitungsnetz und es käme zur Überlastung der Verbraucher. Flösse zu wenig zu, würden Messpegelstand und Leitungsdruck sinken und die Verbraucher könnten die geforderte Leistung nicht mehr erbringen.

Würden, wie im Bild angedeutet, in das Leitungssystem rotes Wasser (Atomstrom), braunes Wasser (Braunkohlestrom), graues Wasser (Steinkohlestrom), gelbes Wasser (Strom aus Gaskraftwerken), grünes Wasser (Strom aus Heizölkraftwerken), dunkelblaues Wasser (Strom aus Laufwasserkraftwerken) und hellblaues Wasser (Strom aus Windkraft und Sonne) fließen, dann vermischt sich im Leitungsnetz der gesamte Zufluss. Kein Verbraucher kann an seinem Abfluss mehr erkennen, aus welcher Quelle das ihn antreibende Wasser kam, es hätte eine Mischfarbe. Genau so ist es mit dem Strom, den wir verbrauchen. Die Quelle unseres Stroms kann nicht mehr angegeben werden, wir beziehen einen "Energiemix".

Und genau so ist es mit dem Strom, den ein Pumpspeicher bezieht und dafür sorgt, dass Pegelstand und Wasserdruck (Frequenz und Spannung) im Leitungsnetz (im Stromnetz) konstant gehalten werden, wenn Erzeugung und Verbrauch nicht in Übereinstimmung gehalten werden können.

Bringt die Einspeisung den Pegel an den maximal zulässigen Stand, dann fließt das Wasser in den Pumpspeicher. Ohne diese Einrichtung müsste das zu viel eingespeiste Wasser am Überlauf einfach abgelassen werden (der Strom müsste vernichtet werden). Diese so aufbewahrte Energie kann dann wieder eingespeist werden, wenn der Pegel bei zu geringer Einspeisung in Richtung Mindeststand absinkt.

Nun sind Pumpspeicher keine neue Erfindung, sondern seit zig Jahrzehnten im Einsatz. Für den Energiemix unseres Landes in der Vergangenheit mit Schwerpunkt auf Kohle- und Kernkraft wurden die dafür erforderlichen Pumpspeicher längst errichtet. Würde diese Erzeugungsstruktur fortbestehen, gäbe es keinen Grund über neue Pumpspeicher  nachzudenken. Genau diese Kraftwerkslandschaft befindet sich aber in einem dramatischen Umbruch. Der Ausstieg aus der Kernkraft ist beschlossen. Der Weltgemeinschaft wurden Zusagen zur Reduzierung des  CO-2 Ausstoßes gemacht, welche mit unseren Kohlekraftwerken nicht erreichbar sein werden. Die Stromproduktion dieser Kraftwerke soll mit regenerativen Methoden ersetzt werden. Das sind in erster Linie Windkraft aber auch Biomasse (in Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion) und (derzeit in noch unbedeutendem Umfang) Solarstrom.

Mit diesen regenerativen Energien lässt sich der Strom noch viel weniger verbrauchsgerecht erzeugen, als mit den konventionellen Kraftwerken, von denen wir uns verabschieden wollen. Um Druck und Pegelstand in unserem Leitungsnetz konstant zu halten, ist es deshalb notwendig, viel mehr Speicher als bisher anzubringen, um Überproduktion (Starkwindzeiten) aufnehmen und fehlende Produktion (Flautezeiten) ausgleichen zu können. Das ist der Grund, warum unsere Energiewirtschaft nach Pumpspeichern sucht und bestehende Anlagen ausbaut und auf modernsten Stand bringt. Würden wir das nicht tun, dann müsste zu viel produzierter Strom vernichtet werden (der Überlauf führt zu einem Wasserfall) und zusätzliche Erzeugungskapazität für Flautezeiten müsste geschaffen werden (z.B. Gaskraftwerke, was heute bereits in hohem Maße der Fall ist).

Damit sollten Sinn und Notwendigkeit von Pumpspeichern auch für Laien verständlich erklärt sein.

Der Autor des Leserbriefes bezweifelt weiter, dass sich unser örtliches Energieversorgungsunternehmen, SWW Wunsiedel GmbH mit einem Pumpspeicher unabhängiger von Stromkonzernen machen könnte.

Die Schwierigkeit bei der Strombeschaffung ist, dass man im voraus nie genau weiß, wie groß die vom Zeitpunkt abhängige Stromabnahme im Versorgungsgebiet sein wird. Ohne eigene in hohem Maße regelbare Erzeugung ist man deshalb darauf angewiesen, vom Vorlieferanten immer genau die Strommenge geliefert zu bekommen, die gerade gebraucht wird.

Wegen des enormen Aufwandes, der seitens der Vorlieferanten betrieben werden muss, um das zu gewährleisten, unterliegt der Strompreis starken Schwankungen. Ein Pumpspeicher im eigenen Verantwortungsbereich ermöglicht preisgünstigen Strombezug in den Zeiträumen, in denen die Nachfrage nach Strom niedrig ist und den Speicherabruf des günstig beschafften Stroms in den Zeiten, in denen der Bezug vom überregionalen Versorger teuer wäre. Würde die SWW zudem (zum Beispiel mit einer ausreichenden Anzahl von Windkraftanlagen) den im Versorgungsgebiet benötigten Strom selbst erzeugen, dann wären wir in Verbindung mit einem Pumpspeicher vom Strombezug von außen unabhängig. Wenn der Pumpspeicher größer ist, als für den Bedarf unseres Versorgungsgebietes erforderlich, dann versetzt er uns in die Lage, am Energiemarkt Geld zu verdienen und Finanzströme, die bisher aus unserer Region hinausgehen umzudrehen und bei uns ankommen zu lassen.

Herr von Malschitzky bestätigt, dass ein Pumpspeicher für den Erbauer eine lukrative Investition ist. Deshalb ist es mein Bestreben, dieses Projekt in kommunaler Verantwortung zu verwirklichen. Ein kommunaler öffentlicher Träger böte die Garantie dafür, dass ein hoher Teil der Wirtschaftskraft, die von diesem Projekt ausgeht, bei uns in der Region ankommt.

Weiter behauptet der Autor, dass ein Speicherkraftwerk als Freizeitgewässer ungeeignet wäre. Dem kann nicht zugestimmt werden. Das liegt vielmehr an der Auslegung der Anlage und am Willen des Betreibers. Es gibt vorbildliche Beispiele von Pumpspeicherseen die touristisch genutzt werden. Mein Vorschlag beim Wunsiedler See zielt darauf ab, ein besonders attraktives Freizeitgewässer entstehen zu lassen. Die vom Leserbriefschreiber befürchteten Schlickstreifen wären dabei nicht zu erwarten. Der obere See ist nicht als Freizeitgewässer zum Baden und Bootfahren angedacht, weil der untere See die fünffache Größe hat und schon deshalb viel attraktiver sein wird. Zudem sollen die Besucher zu den Menschen kommen und nicht von ihnen weg in den Wald gelockt werden. 

Als talwärtigen Abschluss des oberen Sees befürchtet der Autor eine gewaltige Betonmauer. Das wird überhaupt nicht der Fall sein. Dass dort oben eine sanfte den Hügelformen des Fichtelgebirges angepasste Landschaft modelliert werden soll, deren Dammfunktion beim Blick auf die Landschaft gar nicht zu erkennen sein wird, fehlte in der vorausgegangenen Berichterstattung. Weil beim Aushub des Talsees große Bodenmassen frei werden, kann oben als Nordufer des Sees ein interessanter Gebirgskamm modelliert werden, der Hangneigungen wie am Schauerberg aufweisen wird.

06. Juni 2008

Leserbrief (Nr. 1) von Herrn Kimon Neusser aus Wunsiedel.

Der Autor befürchtet die Natur würde sich durch Klimawandel und Artensterben rächen. Er bedenkt nicht, dass dieser Projektvorschlag einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung des CO-2 Ausstoßes leisten kann und seinen Befürchtungen entgegenwirken wird. Energiespeicher machen die Umstellung auf regenerative Stromerzeugung überhaupt erst verantwortbar und verhindern, dass Gas- und Heizölkraftwerke anlaufen müssen, wenn der Wind nicht ausreicht um die Stromversorgung sicher zu stellen. Sicher wird das Projekt eine Änderung der Artenvielfalt im betroffenen Gebiet bewirken. Nach meiner (Matthias Popp) Einschätzung wird es zu einer Zunahme der Artenvielfalt führen, weil neue, bisher nicht vorhandene Lebensräume geschaffen werden und Lebensräume ggf. gefährdeter Arten, ausgeglichen werden.

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